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Zeigen von Zuneigung in der Öffentlichkeit

Auch wenn man den Thais eine große Offenheit zuspricht, ist das öffentliche Demonstrieren von Zuneigung wie z.B. das Küssen auf den Mund absolut tabu. Im Grunde sind Thais höchst konservativ und zurückhaltend. Maximal Händchenhalten wird gerade noch so akzeptiert. Auch das Küssen zur Begrüßung unter Freunden verschiedenen Geschlechts ist nicht wirklich üblich.

In neueren Zeiten sieht man jedoch auch immer mehr junge Thais, die sich durchaus in der Öffentlichkeit küssen oder umarmen. Bei den Älteren wird dies gar nicht akzeptiert oder gerne gesehen. Selbst verheiratete Paare würden niemals öffentlich Zeichen der Zuneigung austauschen. Wenn also ältere Personen in der unmittelbaren Umgebung sind (im Park, in der U-Bahn, im Haus) versucht euch bitte an die alten Gebräuche zu halten und seht von Kuscheln, Knutschen, Küssen oder Händchenhalten ab.

Viele thailändische Frauen mögen es nicht, insbesondere mit Ausländern händchenhaltend auf der Straße gesehen zu werden, da man ihnen schnell einen Stempel als Prostituierte aufdrückt. Seid bitte sensibel und fragt eure Damen, ob es ihnen recht ist. In Bangkok oder Pattaya mag das alles nicht so eng gesehen werden – wenn ihr jedoch in die Heimatorte der Damen fahrt, könnte das ganz anders aussehen.

Übrigens: Das Umarmen oder auch Hand in Hand gehen zweier Männer oder zweier Frauen muss nicht unbedingt heißen, dass diese homosexuell sind. Zudem ist dies in der thailändischen Kultur vollkommen in Ordnung.

Auch der traditionelle Wai zur Begrüßung und Verabschiedung (Falten der Hände in Betform vor dem Gesicht) ist ein Ausdruck des nicht-gewollten physischen Kontaktes zwischen zwei Menschen. Für manche Thais ist das Händeschütteln nach westlicher Manier bereits „komisch“.

Auch wenn das direkte Umarmen oder Küssen in Thailand – auch unter Freunden – unüblich ist, so ist es dennoch nicht ungewöhnlich, wenn zwei Freunde sehr eng beieinander sitzen oder stehen. Im Gegensatz zu Europäern haben Thais nämlich nur ein sehr geringes Bedürfnis in Bezug auf den persönlichen Diskretionsabstand. In Deutschland beispielsweise liegt dieser bei rund einem Meter (man fühlt sich also unwohl, wenn einem Menschen näher als ein Meter „auf die Pelle rücken“ wie es manchmal in einem Aufzug der Fall sein kann) – in Thailand ist dieser fast nicht existent. Auch wenn das widersprüchlich scheint, ist es eine Tatsache.

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