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Ladyboys

Ladyboys, in Thailand „Kathoey“ genannt, was aus der Khmer-Sprache kommt und soviel wie „anders“ bedeutet, bezeichnet eine in Thailand und Laos sehr häufig vorkommende Form menschlichen Ausdrucks. Dabei können zwei verschiedene Beweggründe vorliegen. Einerseits handelt es sich um Transgender, also Menschen, die sich im falschen Körper (Geschlecht) geboren fühlen und andererseits um Männer, die einfach gerne als Frauen auftreten (Transvestiten und Travestiekünstler). Die Ausprägungen sind dabei sehr unterschiedlich – von rein oberflächlicher Umwandlung (Tragen von Frauenkleidung), über hormonelle Behandlungen bis hin zu operativen Eingriffen. Meist werden bei letzterer Variante nur die Brüste gemacht, das primäre männliche Geschlechtsorgan hingegen beibehalten. Zum einen ist die Geschlechtsoperation sehr kostenintensiv, zum anderen – insbesondere bei den Katoeys die in Bars und Clubs arbeiten – schlecht fürs Geschäft, da die Kunden gerne die aufregende Mischung der Geschlechter suchen.

In kaum einem anderen Land sind die Grenzen zwischen den Geschlechtern so fließend wie in Thailand. Hier leben rund 500.000 Kathoey. Dies wird oft mit der buddhistischen Kultur erklärt, in der in den Ursprungsmythen von drei originäre Geschlechter gesprochen wird. Nach der Karmalehre haben Kathoey ihre Andersartigkeit infolge ihrer Handlungen in einem früheren Leben. Ihr Verhalten soll ihnen daher nicht vorgeworfen werden, da es ihnen eben vorgegeben ist, so zu leben.

Katoeys finden auch heute noch hauptsächlich im Unterhaltungsmilieu, in Bars und Restaurants Beschäftigung. Man findet sie aber auch immer öfter in ganz normalen Berufen wie im 7/11, in Banken oder großen Warenhäusern an der Kasse. Öffentliche Institutionen tun sich jedoch nach wie vor schwer mit der Einstellung eines Ladyboys.

Offene Verachtung, laute Beschimpfungen und Beleidigungen schätzt man in Thailand allgemein gar nicht. Dies mag ein weiterer Grund dafür sein, dass man, trotz gesellschaftlicher Nachteile, bis heute auffällig vielen Katoeys in Thailand begegnen wird, auch wenn die Selbstmordrate unter den Katoeys auffällig hoch ist. Seit 2011 ist das „dritte Geschlecht“ von der Regierung von der Liste schwerer psychischer Krankheiten gestrichen worden. Vorher wurden Katoeys von der Armee wegen Geisteskrankheit ausgemustert. Seit 2012 kann zudem offiziell eine Abweichung vom Geburtsgeschlecht eingetragen werden. Es gibt jedoch keine Anerkennung für gleichgeschlechtliche Ehen.

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