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Geisterhäuschen

Wenn du nach Thailand kommst, wird dir sehr schnell auffallen, dass praktisch jedes Haus (aber auch Bürogebäude und Shopping-Malls) ein eigenes kleines Geisterhäuschen hat. Diese Schreine können sehr unterschiedlich aussehen und in ihrer Größe variieren – meist je nach Größe des Gebäudes, zu dem sie gehören.

Da Thais sehr abergläubisch sind und Übersinnliches für die meisten Thais etwas ganz normales ist, ist es nicht verwunderlich, dass auch Geister einen hohen Stellenwert haben. Thais glauben, dass Geister allgegenwärtig sind und dass sie lange vor den Menschen bereits die Erde bevölkert haben.

Baut man nun ein Haus auf einem Stück Land, so muss man den dort lebenden Geistern eine Ersatzbleibe schaffen. Dies tut man, indem man ein kleines, freundliches Häuschen aufstellt, welches nicht im Schatten des Hauses stehen sollte. Dieses Häuschen schmückt man regelmäßig mit frischen Blumen, macht kleine Opfergaben in Form von Speisen und Erfrischungsgetränken und zündet Räucherstäbchen an.

Man tut alles, um die Geister gnädig zu stimmen und sich dafür zu entschuldigen, dass man ihnen ihren eigentlichen Lebensraum weggenommen hat. Wird das eigentliche Haus vergrößert oder renoviert, so tut man dies auch mit dem Geisterhaus – ebenfalls um die Geister gnädig zu stimmen und nicht zu verärgern.

Das Ganze geht sogar soweit, dass teure Bauprojekte gestoppt werden. Folgendes ist passiert: In bester Lage in Bangkok wurden zeitgleich zwei Bauprojekte gestartet. Als der Rohbau beider Häuser (rund 60 Stockwerke) stand, traf das Land eine Wirtschaftskrise und man entschied, nur eins der Gebäude fertigzustellen (dies ist das heutige berühmte Lebua Hotel, indem ein Teil des Hollywood-Blockbusters „Hangover II“ gedreht wurde). Als man einige Jahre später auch das zweite Gebäude fertigstellen wollte, wurden zunächst Mönche gebeten, das Haus zu begutachten. Diese stellten fest, dass man es versäumt hatte, die Geister in den Jahren des Stillstands angemessen zu betreuen und daher diese wieder Besitz von Land und Gebäude genommen hatten. Somit war das Haus tabu und mit schlechtem Karma belegt. Selbst wenn man es fertig gestellt hätte, wären hier nie Thais eingezogen. Also entschied man, den Rohbau so stehen zu lassen und nicht weiterzubauen.

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